Bennis Kranjska Gora Kunststück

Vier Siege an einem Ort in der derselben Disziplin: Benjamin Raich kann das! Er feierte nicht nur vier Slalomsiege in Schladming, sondern sicherte sich auch im Riesentorlauf von Kranjska Gora vier Mal die vollen Punkte. Aber alles der Reihe nach.

Wir schreiben das Jahr 1999, es ist Jänner. Noch bevor der Stern des damals 20-jährigen Tirolers im Nachtslalom von Schladming zu leuchten begann, machte er mit seinem ersten Podestplatz im Slalom von Kranjska Gora auf sich aufmerksam. Nur einen Tag vor dem Großevent in Österreich fuhr er hinter dem Lokalmatador Jure Kosir und Landsmann Thomas Stangassinger auf den dritten Rang. Was am darauffolgenden Tag in Schladming passierte, könnt ihr übrigens hier lesen!

Noch im selben Jahr fand der nächste Weltcup-Slalom in Slowenien statt, diesmal kurz vor Weihnachten. Benni verbesserte seine Platzierung vom Januar um einen Rang und wurde nur neun Hundertstelsekunden hinter dem Schweizer Didier Plaschy Zweiter.

Auch im Riesentorlauf zählte Benni mittlerweile zu den Favoriten. Auf seinen ersten Disziplinensieg in der Flachau 1999 folgten im Frühjahr 2000 zwei Erfolge in Yongpyong in Südkorea und in Bormio. Im Jahr 2001 gelang ihm schließlich der erste Streich in Kranjska Gora. Kurz vor Weihnachten standen in dem slowenischen Skiort zwei Riesentorläufe und ein Slalom auf dem Programm. Im ersten Bewerb machte Benni trotz starker Rückenbeschwerden seine Ambitionen deutlich und wurde hinter Freddi Nyberg Zweiter. “Dieser zweite Platz ist eine absolute Sensation”, betonte er nach seinem ersten Stockerlplatz in dieser Saison. Am nächsten Tag hatte der Schwede das Nachsehen, denn der aufstrebende Österreicher holte sich, was er am Vortag knapp verpasst hatte: den ersten RTL-Sieg in Kranjska Gora. Er hängte die Konkurrenz um Bode Miller (+ 0,42 Sekunden) und Didier Cuche (+ 1,24) ab und fixierte den zehnten Weltcupsieg seiner Karriere.

Im Februar 2005, nach den für Benni so erfolgreichen Weltmeisterschaften in Bormio, kehrte er in Kranjska Gora auf das RTL-Siegertreppchen zurück. Er verwies Hermann Maier und Kalle Palander auf die Plätze. Auch im Slalom zeigte er als Dritter auf auf und sicherte sich damit die kleine Kristallkugel im Slalomweltcup.

Ein anderes Bild zeigte sich im darauffolgenden Winter. Die Saison 2005/06 hatte schon 13 Bewerbe hinter sich und unser Pitztaler wartete immer noch auf seinen ersten Sieg. Am 21. Dezember sollte es klappen: Mit einer ganzen Sekunde Vorsprung feierte er den dritten Sieg an diesem Austragungsort. Es folgten noch fünf weitere Saisonsiege, die die Basis für den Gewinn des Gesamtweltcups legten.

Das Jahr darauf war geprägt von einem Thema: Der große Zweikampf im Gesamtweltcup zwischen Aksel Lund Svindal und Benni Raich, der bis zum Ende der Saison für große Spannung sorgte. Mit dem Sieg in Kranjska Gora im März 2007 hatte der Tiroler eine perfekte Ausgangslage für das Saisonfinale in der Lenzerheide. Doch der Norweger entschied den Kampf um die große Kristallkugel mit nur 13 Punkten Vorsprung für sich.

In den folgenden Jahren folgten noch weitere gute Ergebnisse für Benni in Kranjska Gora, etwa bei seinem vorletzten Antreten im Jahr 2014. Als 17. im ersten RTL-Durchgang fuhr erstmals seit über zwei Jahren wieder auf das Podest und wurde nur von Ted Ligety geschlagen.

Warum Benni speziell die Rennen in Slowenien so gelegen sind, sagt er heute: „Es waren immer sehr schöne Bewerbe, die Slowenen sind tolle Skifans und sorgen jedes Jahr für eine super Stimmung. Schladming und Kranjska Gora sind mit immer sehr gelegen und ich konnte ein gutes Gefühl aufbauen. Erfolgreich ist man dann, wenn man weiß, wie man es angehen muss!“

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